Azul Aran

Informationen

Synonyme:     Salvador, Silver Blue, Valdaran
Gruppe:     Tiefengesteine (Plutonite)
Petrographische Zuordnung:     Granit - Pegmatit
Alter:     320 Mio. Jahre (Karbon)
farbgebende Minerale:     graublauer und weißer Feldspat, transparenter Quarz,schwarzer Biotit, silberner Muscovit-Glimmer
durchschnitt. Härtegrad:     6-7 (nach Mohs'scher Härteskala 1-10) / Hartgestein
Vorkommen:    im Aran-Tal in den Pyrenäen, Spanien
Die Nahaufnahme der jeweiligen Steinsorte gibt ein relativ getreues Abbild der Kristallstruktur und der Farbstellung (bei Bildplatten nur eingeschränkt) wieder. Bei genauen Farbabstimmungen bitte immer ein Originalmuster des Einrichtungshauses zu Grunde legen.


Petrographie:
Pegmatite sind grob- bis riesenkörnige, gangartig in Granit-Massiven lagernde Tiefengesteine mit Feldspäten, Quarz und wenig Glimmer. Daneben führen sie oft seltene Minerale und Edelsteine (Granat und Tumalin) mit herrlichen Kristallbildungen. Pegmatit-Gänge erreichen in den granitischen Muttergesteinen selten Breiten über 10 m Mächtigkeit. Der Azul Aran bildet einen Sonderfall, da er über eine große Ausdehnung eine relativ einheitliche Struktur zeigt: Blaugraue, sehr grobkristalline Bereiche aus Kalifeldspat und transparentem Quarz wechseln mit ebenfalls grobkristallinen weißen Feldspäten und Einschlüssen von bis zu 5 cm großen schwarzgrauen Biotitnadeln (Dunkelglimmer). Fein verteilte Muskovit-Schuppen (Hellglimmer) verleihen dem Gestein einen silbrigen Schimmer. Trotz seiner optischen Vorzüge zeigt der Azul Aran zwei Nachteile: Zum einen können um die eisenhaltigen Biotite Braunverfärbungen (Rostbildung) entstehen, zum anderen brechen beim Gattern und Polieren von Unmaßplatten und Bodenplatten immer wieder Glimmerblättchen an der Oberfläche aus und es entstehen kleine Krater.

Petrogenese:
Pegmatite werden als Restschmelzen interpretiert, die nach dem Aufsteigen des Granitmagmas bei beginnender Abkühlung in Klüfte und Gänge eindrangen und dort langsam auskristallisierten. Aufgrund spezieller geochemischer Bedingungen bildeten sich "Riesenkristalle" aus Feldspat, Quarz und ein für Pegmatite ungewöhnlich großes Vorkommen bildet. Es wird angenommen, dass die Restschmelze kuppenförmig in den unteren Teil des Granitmagmas eindrang und sich Platz verschaffte, indem durch die hohe Temperatur Rand-bereiche des Granits wieder aufgeschmolzen wurden.
 
 
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