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Floatglas ist ein Industrieprodukt und wird in riesigen Fertigungsstraßen (ca. 1,2 km Länge) bei einer Schmelztemperatur von ca. 1600°C vollautomatisch hergestellt. Ähnlich den Hochöfen der Stahlkocher ist eine Glasschmelze auf eine Produktionsdauer von ca. 10-11 Jahren angelegt, in denen rund um die Uhr, tagaus tagein tonnenweise Flachglasplatten vom Band laufen. Sie werden kommissioniert, verladen und per LKW, Bahn oder Schiff an die Glasveredelungsindustrie weitergeleitet. Hier erfolgt der Zuschnitt und die Kantenbearbeitung. Dann erst erreichen sie unsere Werkstätten und werden in der Fertigung eingesetzt.

Die Qualitätsanforderungen bzgl. Biegezugfestigkeit (Sprödigkeit, Bruchfestigkeit), Lichtdurchlässigkeit (Blasen, Einschlüsse, Trübungen), Oberflächengüte (Kratzer, Schlieren) und Glasfarbe (Grünstich, Weißglas) sind in DIN- und Euro-Norm-Vorschriften festgehalten. Die Toleranzen hierfür sind aber neben der technischen Machbarkeit vorwiegend durch den Bedarf der Hauptabnehmer beeinflusst. Grundsätzlich gilt, dass Glas fertigungstechnisch nicht ohne Blasen, Einschlüsse oder Trübungen hergestellt werden kann. Die niemals exakt reine und gleich bleibende Konsistenz der natürlichen Grundstoffe und der hoch komplexe Schmelzprozess geben hier Grenzen vor. Fehlstellen, die außerhalb der Toleranzen liegen, werden auf der Fertigungsstrasse durch Photo-Laser-Sensoren erkannt und gekennzeichnet, damit sie beim Zuschnitt ausgesondert werden können. Innerhalb dieser Toleranzen liegen feine Haarkratzer, kleine geschlossene Bläschen, feine Eintrübungen oder Einschlüsse, soweit sie aus ca 1,5 m Entfernung bei normaler Beleuchtung nicht störend wirken.

Die hohen Qualitätsansprüche an diesen Werkstoff gerade im Möbelbau haben mit einem besonderen Blickwinkel zu tun, der dem der übrigen Glasverarbeiter genau entgegengesetzt ist. Für die Fensterindustrie und die Fassadengestaltung ist das entscheidende Kriterium die Transparenz. Das Auge will hindurch sehen, es fokussiert das Objekt hinter der Scheibe. Beim Möbelglas verhält es sich i. d. R. anders. Hier ist die Scheibe als Teil des Möbels selbst Gegenstand der Betrachtung, weshalb auch die kleinste Unregelmäßigkeit wahrgenommen und oft zum Problem wird.

Die leicht grünliche Lichtbrechung dieser Gläser ist durch die chemischen Zusätze des Glasflusses bedingt. Seine Intensität wächst mit zunehmender Glasstärke, kann sich aber auch während der Produktion über längere Zeiträume hinweg verändern. Gläser verschiedener Produktionschargen können durchaus abweichende Färbung haben. Normales Floatglas hat immer eine dunkelgrüne Kantenfarbe. Erst seit jüngerer Zeit bietet die Glasindustrie so genanntes Weißglas auch in Plattenstärken und -größen an, die für den Möbelbau interessant sind. Durch das Fehlen von Eisenoxid im Glasfluss zeichnet sich Weißglas durch den fehlenden Grünstich in der Durchsicht aus, die Glaskante hat aber dennoch einen hellen, türkisblauen Schimmer.


Allgemeine Pflegeanleitung
Floatglas ist ein gleichermaßen gebrauchsfreundliches wie sensibles Produkt, widerstandsfest gegen fast alle im Haushalt üblichen Säuren und Laugen und mit den üblichen nicht scheuernden Reinigungsmitteln einfach zu pflegen. Im Rahmen unserer Pflegeprodukte bietet Draenert hierzu einen speziellen Reinigungsschaum an. Matte Ringe auf der Glasoberfläche rühren meist von Kalkablagerungen aus dem Wasser her und lassen sich gut mit nicht scheuernden Kalkreinigern ablösen. Glas kann durch mechanische Einwirkung allerdings leicht verkratzt werden oder gar bei unsachgemäßem Gebrauch zu Bruch gehen.


Einige Grundregeln im Umgang mit Glasmöbeln:
  • Glastische haben eine vergleichbare Belastbarkeit wie entsprechende Tische anderer Bauart, sollten aber nicht über den üblichen Zweck hinaus beschwert werden.
  • Glastische bitte niemals als Sitzgelegenheit benutzen.
  • Glastische sind keine Spielzeuge für Kinder.
  • Glas darf niemals extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden (z.B. heißer Topf oder tiefgekühlte Flasche). Hier kann es zu einem spontanen Bruch kommen. Bitte Untersetzer benutzen.
  • Vorsicht bei Keramik, Porzellan oder Diamantringen. Die sehr harten Kanten können leicht Kratzer verursachen. Bitte Untersetzer benützen.
  • Kantenverletzungen können, bisweilen auch zeitverzögert, zum Plattenbruch führen.
  • Da die Bodenplatten einiger Modelle auf Stein oder Keramikboden sehr leicht verkratzen können, sollten hierfür PVC-Gleiter verwendet werden (auf Anfrage lieferbar).


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Materialinformation zu Floatglas

Materialinformation zu ESG-Glas
   (Einscheibensicherheitsglas)


Materialinformation zu gebogenem Glas

Materialinformation zu farbig lackiertem Glas

Materialinformation zu satiniertem Glas

      
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