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Detail Platte
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Estremoz

Die Nahaufnahme der jeweiligen Steinsorte gibt ein relativ getreues Abbild der Kristallstruktur und der Farbstellung (bei Bildplatten nur eingeschränkt) wieder. Bei genauen Farbabstimmungen bitte immer ein Originalmuster des Einrichtungshauses zu Grunde legen.

Petrographie

Estremoz ist ein äußerst feinkristalliner, homogener Marmor, dessen Farbspektrum von Creme bis Rosa reicht. Der Übergang in der Grundtönung kann durchaus innerhalb eines Blockes auftreten und verleiht diesem Stein seine zarte Ausstrahlung. Äderungen unterschiedlichster Tönung (Dunkelrot, Grün, Grau, Oliv) können das Gestein mehr oder weniger intensiv durchdringen. Die Pigmentierung wird durch Einlagerung mikroskopisch kleiner rötlicher Hämatitschüppchen (Eisenoxid), durch oliven Sepentinit oder gräulichen Graphit in und zwischen den Calcitkristallen bewirkt. Die dunkleren Einlagerungen haben auf Grund ihres geringeren Härtegrades die Eigenschaft, in einer polierten Fläche als mattere Stellen erkennbar zu bleiben. 

Petrogenese

Marmor entsteht generell durch Metamorphose (Gesteinsumwandlung) aus Kalkstein. In der portugiesischen Marmorprovinz gelangte im Erdaltertum ein Kalkstein-Massiv mit geringem Eisengehalt durch Erdkrustenbewegungen in größere Erdtiefen und wurde nachfolgend von Sedimentgesteinen überlagert. Im Laufe der Jahrmillionen wurde der Kalkstein dann unter dem Einfluss von Druck und Temperatur zu Marmor umkristallisiert. Die intensive Rosafärbung entstand durch die ursprünglich im Kalkstein enthaltenen Eisenoxide.

Härtegrad Weichgestein
Strukturtyp Bildplatte mit Maserung
Synonyme Portogallo, Rosa Aurora
Gruppe Metamorphite
Petrographische Zuordnung Marmor
Alter 450 Mio. Jahre (Silur/Kambrium)
Farbgebende Minerale weißer Calcit, rosa Hämatit (Eisenerze), grünlicher Serpentinit, grauer Graphit
Durchschnittlicher Härtegrad 3 (nach Mohs'scher Härteskala 1-10)
Vorkommen Portugal - im Gebiet Estremoz-Borba-Vila Vicosa